Naturstoffdämmung

Wenn Sie mit dem Gedanken spielen, Ihre vier Wände zu dämmen, dann sollten sie auf natürliche nachwachsende Materialien zurückgreifen. Die Nachfrage nach Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen steigt stetig, denn sie garantieren

  • eine hohe bautechnische Qualität mit besonders günstigen Eigenschaften im sommerlichen Wärmeschutz
  • ein angenehmes Wohnklima und
  • einen schonenden Umgang mit fossilen und mineralischen Ressourcen.
Höhere Ansprüche an gesundheitsrelevante Faktoren und Wohnkomfort, steigende Energiepreise und die Forderung nach nachhaltiger Bauweise sprechen immer häufiger für "Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen". Naturdämmstoffe bewähren sich somit einmal mehr für die Zukunft.
Nachwachsende Rohstoffe besitzen die Fähigkeit  teilweise bis zu 30 % des eigenen Gewichts an Feuchtigkeit aufzunehmen und wieder abzugeben. Damit tragen sie maßgeblich zu einem ausgeglichenen, angenehmen Raumklima bei.
Mit einer Dämmung aus Zellulose oder Holzfaserplatten wird ein sommerlichen Wärmeschutz erreicht mit dem schlaflose Nächte in überhitzen Räumen unter dem Dach der Vergangenheit angehören.

Zudem wird mit einem Wärmedämmverbundsystem aus Holzfaser- oder Korkplatten ein hervorragender Schallschutz erzielt und unerwünschtes Algenwachstum reduziert.  Dies sind nur einige der Aspekte der hervorragenden Eigenschaften, die Dämmstoffe aus der Natur so attraktiv machen.

Holzfaserdämmplatten

Holzfaserdämmplatten werden aus entrindetem Restholz hergestellt. Dieses wird zu feinen Holzfasern zerrieben, kurz erhitzt und dann zu Platten gepresst. Als Klebstoff dienen die holzeigenen Harze, so dass keine weiteren Zusätze erforderlich sind.

Die Holzfaserdämmplatte erzielt eine Wärmeleitfähigkeit von 0,040 - 0,055 W/qmK. Damit weist sie eine gute wärmedämmende Eigenschaft auf. Hinzu kommt, dass Holzfaserdämmplatten durch die hohe Rohdichte eine gute Schallschutzwirkung aufweisen und eine hohe Wärmespeicherfähigkeit besitzen und feuchteregulierend wirken.

Holzfaserdämmplatten werden in die Brandschutzklasse B2 - normal entflammbar - eingestuft. Sie werden in unterschiedlichen Dicken als starre, druckbelastbare Dämmplatten und als flexible Dämmplatten angeboten.

Aufgrund der hohen Materialfestigkeit und robusten Oberfläche sind Holzfaserdämmplatten auch für die Nutzung als Putzträger in Wärmedämmverbundsystemen WDVS geeignet. In Kombination mit einem Mineralputz ergibt sich ein dampfdiffusionsoffenes Wandsystem mit optimalem Wärme- und Hitzeschutz.



 





Kork

Kork ist die Rinde der immergrünen Korkeiche (Quercus suber). Sie wächst vor allem in Südwest-Europa und Nordwestafrika und wird seit dem 2. Jahrhundert n. Chr. geschält und verarbeitet. Die Hauptkorkproduktion stammt heute aus Portugal (ca. 50 %). Korkeichen werden ca ab dem 20. Lebensjahr alle 9-12 Jahre geschält.

Als Dämmstoff kommt Kork in Form von Dämmplatten oder als Schrot (Schüttmaterial) zum Einsatz. Korkplatten werden aus Granulat hergestellt, das unter Druck durch Ausnutzung seiner natürlichen Harze zu Blöcken verklebt wird. Aus den Blöcken werden dann nach Belieben Korkplatten unterschiedlicher Dicke geschnitten. Hierfür eignet sich in erster Linie, die für die Flaschenkorkgewinnung uninteressante erste Schälung, da diese besonders harzreich ist. Mittlerweile werden aber auch recycelte Flaschenkorken mit Erfolg verwendet.

Kork hat eine sehr hohe Elastizität und Komprimierbarkeit, bei gleichzeitig sehr geringem Gewicht auf. Kork ist wärme- und schallisolierend, verschleißfest, schwer brennbar und unempfindlich gegenüber Feuchtigkeit. Kork erfüllt die Vorraussetzungen für die Brandschutzklasse B2.

Als Dämmplatte lässt sich Kork in der Zwischensparren- und Aufsparrendämmung von Dächern, zur Dämmung von Decken, als Trittschalldämmung. Aufgrund der hohen druckbelastbarkeit eignen sich Korkplatten auch zur Dämmung unter Estrich. Als Korkschrot eignet es sich für jede Form der Hohlraumdämmung (Wand, Decke, Dach) und als Leichtzuschlag z.B. zu Lehm.

Neben dem Einsatz als Dämmstoff findet Kork als besonders vielseitig einsetzbarer Fußbodenbelag Verwendung.